“West Star & Stone – Vom Gestein zur Form”: Fotoausstellung in der ehemaligen Nato – Basis in Affi

West Star & Stone

In den 60er Jahren, in der Zeit des Kalten Kriegs und der Berliner Mauer, baute man in Affi eine Reihe von Tunnel in die von Wäldern bedeckte Felswand des Berges Moscal. So entstand eine amerikanische Basis, die von der NATO als Leit- und Funkzentrum für Südeuropa genutzt wurde.

Zu der Zeit war Affi ein kleiner Ort mit alten Häusern am Berghang, zwei prächtigen Villen und einer Kirche am Fuße des Berges; die Autobahn mit der dazugehörigen Mautstelle sollte erst viel später gebaut werden, ebenso wie das große Einkaufszentrum. Die Gegend galt als strukturschwaches Gebiet (gemäß einem Sondergesetzes) und in der Umgebung gab es nichts als weite Felder.

Die Struktur wurde innerhalb weniger Jahre errichtet und nahm 1966 unter dem Namen „West Star“ („Stern des Westens“) ihren Betrieb auf, im Gegensatz zum Roten Stern, dem Symbol der damaligen UdSSR.

Wie Wikipedia berichtet: „Mit seinen 13.000 Quadratmetern war es der größte Bunker Italiens und hätte im Kriegsfall etwa 500 Personen beherbergen können, darunter Zivilisten und Soldaten. Die Anlage sollte als Kommandozentrale bei nuklearen, chemischen und bakteriologischen Angriffen dienen. Die Basis war außerdem mit elektromagnetischen Schutzvorrichtungen (EMP) für die Sicherheit der Kommunikation ausgestattet. Sie sollte dem gemeinsamen operativen Kommando im Nordosten Italiens (mit Sitz in Verona) einen geschützten Zufluchtsort bieten und somit den Generalstab sicher beherbergen können. Auch in Friedenszeiten war sie rund um die Uhr einsatzbereit.“

In den darauffolgenden Jahrzehnten änderte sich das globale Umfeld und die Basis wurde 2007 endgültig stillgelegt. Erst in den letzten Jahren wurden Schritte eingeleitet, um die Anlage für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

In diesem Kontext entstand die kulturelle Initiative in der West Star Basis, die aus der Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Affi und AS.MA.VE. hervorging.

Der Titel ist eindrucksvoll: „West Star & Stone - Vom Gestein zur Form“.
Direkt aus dem Felsgestein heraus geschaffen, dient genau dieses Gestein als Fundament und bietet gleichzeitig sicheren Schutz – der Naturstein stand in dieser Region schon immer im Mittelpunkt der antiken, historischen und tief verwurzelten wirtschaftlichen Aktivitäten. Auch wenn heute neben den einheimischen Natursteinen andere Materialien wie Marmor, Granit und Quarzit vor Ort verarbeitet werden, bleibt die Verbindung zu den tiefen Wurzeln der jahrtausendealten Kultur und zu den Traditionen des Ortes lebendig.

In der Ausstellung, die vom 7. bis 27. September 2026 geöffnet ist, erzählen eine Reihe von Tafeln mit vielen Fotos und Dokumenten die Geschichte der Basis West Star. Außerdem sind die Werke lokaler Künstler und Handwerker sowie Arbeiten der Schüler der Berufsschule San Zeno (Bereich Kunst und Marmorautomation), der Kunstschule Paolo Brenzoni und der Staatlichen Kunsthochschule von Verona ausgestellt. Die Ausstellung zeigt außerdem Designstücke, die ausschließlich aus Stein gefertigt sind.

Eine großartige Gelegenheit, um buchstäblich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: die Besichtigung einer US-amerikanischen Basis und die Entdeckung lokaler Handwerksprodukte.

“West Star & Stone – Vom Gestein zur Form”

Die Ausstellung hat folgende Öffnungszeiten:
Vormittags nach Vereinbarung: 10.00 – 13.00
Nachmittags: 16.00 – 19.00
Samstag und Sonntag: 10.00 – 19.00

Für Informationen: AS.MA.VE: Tel. 045 6862369, E-Mail: info@asmave.it

West Star & Stone